Projekt—Dokumentation

 

 

xxx

 

 

zurück

 

 

Problemstellung

 

 

 

Mobile Mobility Hub - dieses Schlagwort überschreibt den Kurs, in dem das Projekt „System Radfahrbahn“ entstanden ist. Die individuelle Problemstellung war, eine Infrastruktur zu schaffen, die das Fahrradfahren besser in den bestehenden Verkehrskontext einfügt und dessen Wahrnehmung generell steigert. Die übergeordnete Fragestellung lautete demzufolge: Wie schaffen wir (mehr) Raum für Fahrradmobilität? Wie kann Raum für Kraftfahrzeuge zu Gunsten der Fahrradmobilität reduziert werden bzw. wie kann der bestehende Raum bestmöglich gemeinschaftlich genutzt werden?

Das „System Radfahrbahn“ bietet Lösungsansätze für etwaige Problemstellungen der Fahrradmobilität, z.B. Abstellmöglichkeiten in der Stadt und in Wohnkomplexen; die Rast oder die Durchführung kleinerer Reparaturen, während längere Distanzen auf Radschnellwegen überwunden werden; das Verbinden von Stadtkern und außerhalb liegenden Mobilitätspunkten wie Bahnhöfen oder Parkplätzen für eine multimodale Mobilität; die klare Aus- und Kennzeichnung von Radfahrbahnen /Radschnellwegen, womit eine Etablierung bestimmter Nutzungsregeln einhergeht; das Reisen mit dem Fahrrad in Hinblick auf das Überwinden von Treppen oder den Transport in Zügen und auf Anhängern.

Konzeption

Entwurf

Modellbau

 

/Nachdem eine allgemeine Projektidee definiert war, ging es daran in einem Entwurfsprozess zeichnerischer und modellhafter Auseinandersetzung, Erkenntnisse aus Recherchen und eigenen Erfahrungen in eine Problemlösung einfließen zu lassen. Um eine größtmögliche Kompatibilität mit bestehenden Standards zu gewährleisten, enstand die Grundidee ein auf den Normmaßen von Autoparkplätzen und Exportkontainern aufbauendes System zu entwickeln. Ausgehend von diesen „maßgebenden“ Rahmenbedingungen wurden zunächst mit Hilfe von Gelbschaum und Karton Bock-Ups simuliert. In Anlehnung an Kindheitserinnerungen entstand die Idee ein Lego-artiges Stecksystem zu entwickeln, das die Kombination von Grundplatten mit verschiedenen Steckelementen vorsah. Die Anfertigung des Modells und Rückmeldungen, die im Zuge der Zwischenpräsentation an der HfG in Kooperation mit Vertretern des Regionalverbandes und des FraPort eingegangen waren, zeigten jedoch, dass das angedachte System zu materiallastig in der Herstellung sein würde. Demzufolge mussten „Gewicht“ und Materialeinsatz der geplanten Konstruktion reduziert werden.

Daraus entwickelte sich der weiterführende Konzeptansatz, der die Ausarbeitung der Formen durch Umriss- und Konturlinien mit Hilfe von Stahlrohren vorsieht.

Formsprache,

Form und Farbe

 

Die für das Modul-Möbel verwandten Strahlrohre mit entsprechenden Dimensionen und Radien finden bereits Anwendung  im innerstädtischen Raum und bieten daher fertigungstechnische Vorteile. Einfache CNC-Programierungen erlauben eine äußerst schnelle und günstige Herstellung. Nicht nur aus fertigungstechnischen Gründen sondern auch aus formalästhetischen Gesichtspunkten wurde dieselbe Formsprache verwendet. Die Radfahrbahn-Module sollen sich in das Bild bestehender urbaner Elemente einfügen und gleichermaßen einen robusten und einzigartigen Charakter innehaben. Ebenso wie das Radfahrbahn-Verkehrsschild tragen auch die Modul-Möbel die aus dem Verkehr bekannte Farbe „Verkehrsblau“.

Die einfache aber einprägsame Produktsprache markanter Linien der Radfahrbahn-Elemente soll sich wie ein roter (bzw. blauer) Faden durch Innenstädte und urbane Verkehrszonen ziehen.

Prototypenbau

 

Nach der Abschlusspräsentation an der Hochschule wurde erneut der Kontakt mit dem Stahlbau-Unternehmen Götz im Odenwald aufgenommen, das bereits durch einen Kostenvoranschlag für die Kalkulation der Abschlusspräsentation bekannt war und großes Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet hatte. Infolgedessen wurden im Rahmen mehrerer Gesprächstermine die Konstruktion und Fertigungstechnik gemeinsam entwickelt. Nach der Arbeitsvorbereitung ging es an die Umsetzung. In nur zwei Tagen wurden zwei Module gefertigt. Die aktive Mitarbeit war äußerst aufschlussreich im Hinblick auf  weitere gestalterische Arbeiten mit diesem Fertigungsverfahren.

Nach einer gründlichen Arbeitsvorbereitung wurden die Holzteile für Stehtisch und Sitzbank ebenso wie die acht Bodenbeschwerungsmodule in der Zimmerei CayoBau in Eigenregie gefertigt. Die Oberflächen wurden geschliffen und mit einer Holzschutzlasur vor Verwitterung geschützt.

Real-Testing

 

Nachdem der Prototypenbau abgeschlossen war, wurden das Möbelstück, die Modelle und die grafische Ausarbeitung beim HfG Rundgang präsentiert. Dort konnten erste Rückmeldungen über Stärken, Schwächen und Potenziale des Systems gesammelt werden. Da dieser Ausstellungskontext jedoch der realen Anwendung im Alltag bei weitem nicht nahe kommt, wurden beide Möbel-Module zusätzlich an fünf Stellen in Frankfurt und Offenbach platziert. Es wurde beobachtet und dokumentiert, wie Personen mit den Modulen umgehen und wie die jeweiligen Interaktionen ablaufen. Gespräche haben weitere Rückmeldungen hervorgebracht, wie das System verbessert und erweitert werden könnte. Ebenso haben sich dadurch Strategien abgezeichnet, wie die weiteren Schritte in der Vermarktung aussehen könnten.

Socialmedia

 

Als eine dynamische und interaktive Form der Recherche und Kommunikation wurden neben der Website auch ein Twitter- und Instagram Feed, sowie eine Facebookseite erstellt. Diese social media-Kanäle erlauben es, Personen, Institutionen und Firmen zu folgen, die ebenfalls in diesem Bereich tätig sind. Dies wiederum ermöglicht eine vergleichsweise einfache und kostengünstige Informationsbeschaffung im Hinblick auf relevante Themen der urbanen Mobilität sowie der Realisation entsprechender Projekte. Die Erstellung und Pflege der genannten social media-Profile haben gezeigt, welche Kanäle für die weitere Realisation und Bekanntmachung des Projektes relevant sein könnten. Eine dynamische Recherche und Akquise wird in diesem Bericht als sehr wichtig erachtet. Darüberhinaus hat diese Herangehensweise wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die Anwendung der neuen sozialen Medien im Produktdesignkontext geliefert.

www.radfahrbahn.de

Beschreibung des Systemes

 

zurück

 

 

Die Fahrrad-Kultur wird mit dieser Infrastruktur gestärkt. Durch die Implementierung moderner und einheitlicher Standards wird Radfahren attraktiver, sicherer und zugänglicher gemacht. 
Das Gesamtkonzept beinhaltet drei Bausteine, die im Zusammenwirken aber auch für sich allein für einen besseren Radfahr-Alltag eingesetzt werden können.



// 1-Urbane Möbel für Radfahrbahn und Verkehrsknotenpunkte


Die blauen Stahlrohrmodule dienen als urbane Möbel, deren modularer Aufbau eine vielseitige Anwendung rund um die Fahrradmobilität erlaubt. Ob Sitz- oder Rastgelegenheit, Repairstation, Radständer, Info-Point, Regenschutz oder Fahrbahnbegrenzung; das einheitliche blaue und markante Rohrsystem soll einen „blauen Faden“ der Radkultur symbolisieren.

Die Vielseitigkeit der Anwendungsbereiche ergibt sich aus dem modularen Design, das ein Zusammestellen einzelner Teile je nach Anwendungsbedarf erlaubt, und verschiedenen Montagemöglichkeiten, die das System mobil aber ebenso dauerhaft installierbar machen.

 

/ Orte der Anwendung

 

An allen Stellen, an denen sich Radfahrer bewegen, können die urbanen Möbel zum Einsatz kommen: an Mobilitätsknotenpunkten, entlang von Radschnellwegen/Radfahrbahnen als Rast- und Repairstationen und auch im städtischen Umfeld, wenn Radfahrspuren von Autospuren abgetrennt werden müssen.

 

/ Linien-Module

 

Die Stahlrohre werden im CNC verfahren gebogen, mit einem Kern+Madenschrauben-System verbunden und nach dem Verzinken schließlich mit der gewünschten Farbe pulverbeschichtet. Die bestehenden Modulformen lassen Spielraum für zusätzliche Anwendungen, sowie Variationen in Größe und Dimension der Systeme eine einfache Anpassung an neue und sich wandelnde Bedürfnisse erlauben.

 

/ Beplankungen

 

Beplankungen generieren zusätzlich zu den Linienmodulen Sitz-, Dach-, oder Windschutzelemente. Holzplanken für Tisch und Sitzgelegenheiten, Glas oder Planenelemente für Dachteile oder Elektrische Anzeige- und Interaktionsscreens sind einige wenige Beispiele für mögliche Nutzungen der zwischen den Stahlrohr-Linien-Modulen entstandenen Flächen. Die Montagetechnik ist abhängig vom Medium und Material der gewählten Flächennutzung.

 

/ Arten der Montage

 

Ein modulares System verlangt eine Bodenmontage, die sich den Gegebenheiten anpasst. Entsprechend der vorgefundenen Bodenbeschaffenheit und der angestrebten Dauer der Installation können verschiedene Arten der Bodenmontage gewählt werden. Dies reicht von einem losen Hinstellen des Moduls, wobei entsprechende Beschwerungselemente (Wassertanks, Beton- oder Holzelemente) die nötige Stabilität garantieren, über eine einfache Bodenverschraubung bis zur Verankerung mit Hilfe von Fundamenten im Falle einer dauerhaften Installation.

 

 

 

// 2-Ein Transport- und Sicherungssystem


Mit Hilfe eines Sattelhakens können Fahrräder auf Anhängern, in Zügen, an Tragegurten oder beim Abstellen im öffentlichen Raum einfach fixiert werden. Außerdem dient die Fixierung ebenso als An-/Abschließmöglichkeit an den urbanen Möbeln. Die Befestigungsbügel, die an verschiedenen Stellen eingesetzt werden können, dienen als Gegenstück zum Stattelhaken. Alternativ können Fahrräder mit dem Sattel in die Stahlsysteme eingehängt und so einfach kurzfristig aber sicher abgestellt werden.

 

// 3-Eine Symbolik, die Radschnellwege erkennbar macht

 

Das Verkehrsschild soll anzeigen, dass man sich auf einem Radschnellweg/ auf der Radfahrbahn befindet. In Anlehnung an die bekannten Autobahn- und Radwegschilder wurde die Grafik in RAL verkehrsblau gehalten. Das C deutet einen Schutztunnel für Radfahrer an und steht gleichzeitig für „cycle“. Das H steht für „highway“ und symbolisiert die Fahrbahn. Der weiße Rahmen mit abgerundeten Ecken greift die charackteristischen Linien der urbanen Möbelstücke auf und erzeugt ein einheitliches Gesamtbild.